3 Fragen an Hans-Peter Buber

03.10.2016

Hans-Peter Buber ist CEO der 2006 gegründeten Microtronics Engineering GmbH.

Der Experte für internationale Machine-to-Machine Kommunikationslösungen beantwortete uns 3 Fragen zur digitalen Transformation.
 

Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation?
Digitale Transformation ist keine Frage der Technik. Technisch ist heute alles möglich. Deshalb ist es wichtig die Menschen / die Betroffenen der Digitalisierung in den Vordergrund zu stellen. Eine gute Hilfestellung kann hier das Value Proposition Canvas sein. Welche Aufgaben gibt es zu erfüllen? Welcher Nutzen entsteht und welche Probleme werden gelöst? Dabei müssen Sie nicht immer an Produkte denken auch Prozesse können so neu gestaltet und digitalisiert werden.
Die Komplexität eines Transformierungsprojekts darf nicht unterschätzt werden. Ein Projekt im Bereich Internet der Dinge ist kein Standard-Elektronik-Projekt. Um teure Nacharbeiten zu vermeiden, sollten Sie sich einen Partner suchen, der Sie auf die komplexen Details hinweist und den Weg mit Ihnen gemeinsam geht. Die Veränderung des Geschäftsmodells, bis hin zur spezifischen Auswahl diverser Hardware-Module oder Serverplattformen sind nur einige dieser Herausforderungen.

Was kann schief gehen bzw. wo sehen Sie die größten Hürden/Fehler?
Mit unserer bereits 10-jährigen Erfahrung im Bereich M2M und Internet of Things haben wir natürlich auch selbst schon Fehler gemacht. Der häufigste Fehler, den wir immer wieder sehen ist, dass die Applikation von der technischen Seite aufgezogen wird ohne dabei das Geschäftsmodell vorab zu definieren. Deswegen lautet das Kredo ganz klar „Technology follows Business Model“. Bevor wir an die technische Umsetzung gehen, werden zuerst das Geschäftsmodell, die Monetarisierung und der Prozess dahinter exakt definiert. Erst danach wird analysiert wie das Gewünschte technisch umgesetzt wird. Natürlich wäre es möglich diverse Sensoren einzubauen und die Daten sekündlich zu übertragen. Dies treibt jedoch die Herstellungs- und Betriebskosten in die Höhe. Deshalb ist es wichtig exakt zu wissen welche Features wirklich benötigt werden.  
Egal ob ein großes Unternehmen oder ein junges aufstrebendes Startup – erste schnelle Proof of Concepts sind das Um und Auf. So werden Fortschritte und Erfolge rasch sichtbar, aber auch Schwächen im Prozess und in der Usability können zügig aufgedeckt werden.

Welche Rolle spielen Kundenbedürfnisse? Muss digitale Transformation technologie- oder kundengetrieben betrachtet werden?
Nicht alles was technisch möglich ist macht auch Sinn. Insofern muss digitale Transformation kundengetrieben sein. Die Kundenbedürfnisse sollten der Ausgangspunkt für jede digitale Transformation sein. Die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden ändern sich. Produkte und Prozesse müssen sich daran orientieren und anpassen. So werden zusätzlich Services wie beispielsweise das automatische Nachbestellen von Kaffeebohnen, Waschmittel etc. immer wichtiger. Aber auch die Individualisierbarkeit wird zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Technologien wie beispielsweise 3D-Drucker lassen es zu immer kleinere Serien, bis hin zu Einzelstücken zu einem akzeptablen Preis herzustellen. In der Anpassung der Produkte und Dienstleistungen an die individuellen Bedürfnisse eines jeden Kunden sehe ich für die Zukunft enormes Potential.