3 Fragen an Oliver Ratschka

22.02.2016

Oliver Ratschka unterstützt seit Jänner 2016 die Strategyn iip als Innovation Strategist. Der Marktforschungsexperte bewies seine Kompetenzen zuvor bei Philips Speech Recognition Systems, Fachhochschule Wiener Neustadt, The Nielsen Company und Nielsen International Services.

Oliver beantwortete uns 3 Fragen zur Bedeutung von Psychologie, Marktforschung und Kundenbedürfnissen für Innovation.
 

Welche Bedeutung spielen Psychologie und qualitative Marktforschung für Innovation?

In Märkten mit einem Überangebot an funktional vergleichbaren Produkten und Dienstleistungen gewinnt eine psychologische Differenzierung an Bedeutung. Damit ist nicht nur die emotionale Aufladung und Positionierung über eine Marke gemeint. Produkte und Dienstleistungen können sich auch funktional von Mitbewerbern abheben, wenn sie Lösungen anbieten, die z.B. Entlastungsangebote machen: eine Bank, die die "Psychologie" des Kredit-Aufnehmens in all seinen Facetten ernst nimmt, versteht bald, an welchen "customer touchpoints" Innovationen gefragt sind. 

Welche Rolle spielen Kundenbedürfnisse bei der Entwicklung neuer Produkte? 

Kundenbedürfnisse spielen eine fundamentale Rolle bei Produktentwicklungen. Allerdings müssen Bedürfnisse richtig erfasst werden: denn entweder entziehen sie sich oftmals dem bewussten Zugang - d.h. sie können nicht einfach erfragt werden - oder sie orientieren sich an bereits bekannten Lösungen. Bedürfnisse können systematisch nur dann erfasst werden, wenn man Kunden nach ihren Zielen fragt, die sie erreichen möchten – unabhängig von den vielen Lösungen und Werkzeugen, die sie zur Erreichung dieser Ziele einsetzen mögen.

Wie kann Outcome-Driven Innovation© dabei unterstützen?

Sie kennen das Zitat: "Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, um die Welt zu retten, würde ich 55 Minuten damit verbringen, das Problem zu definieren". ODI setzt diesen Leitsatz in die Praxis um und bietet eine Methode, um unerfüllte und übererfüllte (!) Kundenbedürfnisse zu entdecken. Anders als andere Zugänge in der Innovationsforschung, geht ODI bedingungslos von den Zielsetzungen der Anwender aus, ohne Lösungen vorzuschlagen oder bewerten zu lassen.

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